Sonntag, September 13

Götz George Bauchspeicheldrüsenkrebs: Diagnose & Tod

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Götz George starb an Bauchspeicheldrüsenkrebs – die Geschichte hinter dem stillen Abgang

Götz George erlag am 19. Juni 2016 den Folgen eines Bauchspeicheldrüsenkrebses. Er starb in Hamburg, vier Tage vor seinem 78. Geburtstag – und damit an einer der heimtückischsten Krebserkrankungen überhaupt. Sein Tod erschütterte die deutsche Kulturlandschaft, denn der Mann, den Generationen von Zuschauerinnen und Zuschauern als polternden Ruhrpott-Ermittler Horst Schimanski kannten, hatte seine Diagnose bis zum Schluss konsequent aus der Öffentlichkeit herausgehalten.

Bekanntgegeben wurde sein Tod durch seine langjährige Lebensgefährtin Marika Ullrich. Eine kurze, knappe Mitteilung – ganz so, wie Götz George es zeitlebens gehalten hatte: ohne Aufhebens, ohne Inszenierung.

Die Diagnose Götz George Bauchspeicheldrüsenkrebs: Was bekannt ist

Über den genauen Zeitpunkt der Erstdiagnose ist bis heute wenig Belastbares öffentlich. George selbst sprach nie darüber, und sein engstes Umfeld respektierte diesen Wunsch. Bekannt ist, dass er in seinen letzten Lebensjahren zunehmend seltener in der Öffentlichkeit auftrat – Interviews wurden rar, Auftritte bei Premieren oder Festveranstaltungen ebenfalls.

Wer genau hinschaute, konnte spätestens ab 2014 Veränderungen wahrnehmen: Das markante Gesicht wirkte hagerer, die öffentliche Präsenz des Mannes, der in den 1980er und 1990er Jahren kaum aus Klatschspalten und Kulturbeilagen wegzudenken gewesen war, schrumpfte spürbar. Aber niemand wusste – oder sagte –, warum.

Die Krankheit, die er vor der Welt verbarg

Bauchspeicheldrüsenkrebs wird oft erst in einem sehr späten Stadium erkannt, weil die Bauchspeicheldrüse tief im Bauchraum liegt und frühe Symptome – dumpfe Schmerzen im Oberbauch, unerklärlicher Gewichtsverlust, Gelbfärbung der Haut – leicht fehlgedeutet oder verdrängt werden. Ob George frühzeitig diagnostiziert wurde oder erst, als die Erkrankung bereits weit fortgeschritten war, ist nicht öffentlich dokumentiert.

Sein Rückzug aus dem Filmgeschäft sprach aber eine eigene Sprache. Sein letzter großer Kinofilm, „Kleine Haie“-Regisseur Sonke Wortmanns Komödie „Der Vorname“ blieb ein Projekt, das nicht mehr zustande kam. Stattdessen wurde es stiller um ihn.

Wer war Götz George – jenseits von Schimanski

Götz George war kein Schauspieler, der sich mit Nebenrollen zufriedengab. Er war der Sohn des großen Heinrich George, einem der bedeutendsten deutschen Theaterschauspieler der Vorkriegszeit, der 1946 im sowjetischen Speziallager Sachsenhausen starb. Dieser Verlust – der Vater, den er kaum kannte, der unter den Nazis arbeitete und von dem er sich dennoch nie wirklich löste – zog sich wie ein roter Faden durch sein Leben und seine Rollenwahl.

Schimanski, der Charakter, den er ab 1981 im WDR-Tatort verkörperte, war kein polierter Held. Er war grob, manchmal brutal, zog seine zerknitterte Windjacke der Uniform vor und sprach so, wie man im Ruhrgebiet sprach – direkt, ohne akademische Weichspüler. Das war keine Rolle. Das war George.

Jenseits des Ruhrpotts: ein Karrierebogen, der weit über „Tatort“ hinausging

Was viele vergessen: George spielte nicht nur Schimanski. Er war ein handwerklich brillanter Charakterdarsteller, der in Filmen wie „Schtonk!“ (1992, Regie: Helmut Dietl) oder dem Psychothriller „Der Totmacher“ (1995) Leistungen ablieferte, die international Beachtung fanden. Für „Der Totmacher“, in dem er den Serienmörder Fritz Haarmann porträtierte, gewann er den Deutschen Filmpreis sowie den Silbernen Bären der Berlinale – eine schauspielerische Meisterleistung, die bis heute als eines der stärksten Einzelporträts der deutschen Filmgeschichte gilt.

Er spielte, weil er spielen musste. Nicht aus Eitelkeit, sondern weil die Arbeit ihm alles bedeutete.

Bauchspeicheldrüsenkrebs: die brutalste Diagnose in der Onkologie

Der Pankreaskarzinom – so der medizinische Begriff – gehört weltweit zu den Krebserkrankungen mit den schlechtesten Überlebensraten. Die Fünf-Jahres-Überlebensrate liegt in Deutschland je nach Stadium zwischen fünf und zwölf Prozent. Das liegt nicht daran, dass die Medizin versagt, sondern daran, dass diese Tumorart kaum früh erkannt wird.

Die Bauchspeicheldrüse produziert Verdauungsenzyme und Insulin – Störungen ihres Gleichgewichts werden vom Körper zunächst kompensiert, Symptome treten spät auf. Wenn der Tumor dann gefunden wird, hat er oft schon die umliegenden Blutgefäße oder andere Organe befallen, was eine operative Entfernung erschwert oder unmöglich macht.

Prominente Todesfälle durch Pankreaskrebs

Götz George ist bei weitem nicht der einzige prominente Mensch, dem diese Diagnose das Leben kostete. Steve Jobs, Patrick Swayze, Aretha Franklin und der Schriftsteller Michael Crichton starben ebenfalls an einem Pankreaskarzinom. Was diese Fälle verbindet: Alle erkrankten trotz scheinbar guter körperlicher Konstitution, alle kämpften – und alle verloren diesen Kampf.

Die Forschung arbeitet intensiv an Früherkennungsmethoden, etwa über spezifische Blutmarker oder bildgebende Verfahren. Doch ein zuverlässiges Screening-Programm für die Allgemeinbevölkerung existiert in Deutschland bislang nicht.

Der Mann hinter der Legende: Georges letztes Jahrzehnt

In seinen späten Jahren wirkte George zurückgezogener als zuvor, aber keineswegs bitter. Interviews, die er noch gab, zeigten einen Mann mit trockenem Humor und ungebrochener Direktheit. Er mochte keine Wehleidigkeit – weder bei sich noch bei anderen. Diese Haltung passte zu seinem Lebenskonzept: Privates bleibt privat. Schmerz wird nicht ausgestellt.

Marika Ullrich, mit der er seit Mitte der 1990er Jahre zusammenlebte, war seine Konstante. Sie hielt die Öffentlichkeit aus seinem Sterben heraus – ein letzter, bewusster Akt der Selbstbestimmung.

Das Hamburger Abendblatt zitierte nach seinem Tod einen engen Weggefährten mit den Worten: „Er wollte keine Anteilnahme. Er wollte in Würde gehen.“ Und genau das tat er.

Was von Götz George bleibt

Den letzten Schimanski-Tatort drehte George 2013 – „Revier“, der im Januar 2014 ausgestrahlt wurde. Danach war Schluss. Keine Übergabe, kein großes Finale, keine Abschiedstour. Die Figur lebt weiter in Wiederholungen, in Streamingdiensten, in den Erinnerungen eines Landes, das durch ihn gelernt hat, dass Helden nicht glatt sein müssen.

Götz George hat dem deutschen Kino und dem deutschen Fernsehen eine Figur hinterlassen, die ohne ihn undenkbar wäre. Schimanski ist keine Rolle mehr, die ein anderer Schauspieler einfach übernehmen könnte. Sie ist mit seinem Gesicht, seiner Stimme, seiner Art, Schweigen zu spielen, untrennbar verbunden.

Sein Tod durch Bauchspeicheldrüsenkrebs kam für viele überraschend, weil er es gewollt hatte. Das ist sein Vermächtnis: Er bestimmte selbst, wer was wann erfuhr – bis zum letzten Moment.

Häufig gestellte Fragen (FAQs)

Woran ist Götz George gestorben?
Götz George starb am 19. Juni 2016 in Hamburg an den Folgen eines Bauchspeicheldrüsenkrebses (Pankreaskarzinom). Er wurde 77 Jahre alt und verstarb vier Tage vor seinem 78. Geburtstag.

Wann wurde bei Götz George Bauchspeicheldrüsenkrebs diagnostiziert?
Der genaue Zeitpunkt der Diagnose wurde nie öffentlich gemacht. George hielt seine Erkrankung konsequent aus der Öffentlichkeit heraus. Erste Anzeichen seines Rückzugs aus dem Filmgeschäft wurden rückblickend ab etwa 2014 sichtbar.

Wie hoch ist die Überlebenschance bei Bauchspeicheldrüsenkrebs?
Das Pankreaskarzinom gilt als eine der prognostisch schwersten Krebsdiagnosen. Die Fünf-Jahres-Überlebensrate liegt in Deutschland abhängig vom Erkrankungsstadium zwischen fünf und zwölf Prozent, da die Erkrankung häufig erst in einem weit fortgeschrittenen Stadium erkannt wird.

Wer hat Götz Georges Tod bekanntgegeben?
Seine langjährige Lebensgefährtin Marika Ullrich gab den Tod des Schauspielers in einer kurzen Erklärung bekannt. In seinem Sinne wurde die Mitteilung knapp gehalten – Götz George hatte sein Privatleben stets strikt von der Öffentlichkeit getrennt.

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